"Handgrenade Blues" der dänischen SuperCharger landet im Player und bereits nach ner guten Minute weiß ich: Das hier ist mal wieder nichts für mich. Kennt ihr das wenn man etwas zum ersten mal hört und denkt: "Scheisse davon hab ich schon zehn Platten im Schrank..."
Die Songs gut, aber wenig speziell; die Produktion superfett, aber einfach zu aufdringlich; die Typen sicher ok, aber auf dem Bandfoto mehr eine lebende Rock´n´Roll-Kostümparade. Ist denn der Norden Europas jetzt der Komödienstadl des Rock?! Der Drang der aktuellen Rockszene zur Klischeeveranstaltung setzt sich nach den Carburetors also fort. Das kommt mir alles nicht mehr "real" vor.
Irgendwie eine Platte, die man laufen lässt wenn der entfernt verwandte Cousin aus der Provinz das erste mal zu Besuch in der großen Stadt ist und total --->
„Einmal um Block heißt einmal um Block und nicht mit 100 über die Autobahn!" Detlev „Delle" Quandt hatte seine Prinzipien. Im wahren Leben wie auch als Hauptprotagonist in „Die Abfahrer" (1978) und „Jede Menge Kohle" (1981). In beiden Streifen des Filmemachers Adolf Winkelmann spielte Quandt das, was er am besten konnte: sich selbst...
...und auch die zweite Platte "No Guts No Glory" von AIRBOURNE strotzt nur so vor gutem, mit der Muttermilch aufgesogenem Musikgeschmack. Rock´n´Roll-Phrase jagt Rock´n´Roll-Phrase. AC/DC jagen Rose Tattoo. Wie es scheint feiern Australier einfach härter. Die Kreise schließen sich. Der Sound ist noch fetter als auf dem Debüt "Running Wild" , die Chöre noch zäher, der Groove noch härter, der Breitbeinrock noch breiter und die Party noch exzessiver! --->
Optiktuning. Ein probates Mittel im Ruhrgebiet, um auch der letzten Ranzbimmel mit Rest-TÜV Individualität und Sportivität aufzuzwingen. Während sich im neuen Jahrtausend das Personalisieren des eigenen KFZ auf beleuchtete Wischerdüsen und nicht UV-beständige Außenspiegel im angesagten M3-Look beschränkt, langte man in den Achtzigern im Ruhrgebiet noch richtig in den GFK-Pott. Doch wer Breitbauten nur den Ford Capris und Berti Mantas dieser Zeit zuspricht, der irrt. KüWe Special-Tuning aus dem snobbigen Essen-Kettwig nahm sich vor zwanzig Jahren in der ehemaligen Scheidtschen Tuchfabrik den Vernunfts-Autos aus Hiroshima an...
Abseits vom hybridgetriebenen Gay Pride in Downtown und hormongetriebenem Surf Pride in Pacific Beach, trifft man auf das wahre Amerika: Den Barona Drag Strip im kalifornischen Hinterland. Bereits die Anfahrt ist eine absolute Materialschlacht. Die mit Niederschlag ueberforderten Kalifornier bauen auf den Highways Auto-Jenga, sodass man nach ein paar Meilen das Gefuehl hat, auf dem Vedes-Verkehrsteppich einer ADHS-Vorschulklasse unterwegs zu sein. Unfallfrei vom Highway runter, laesst uns das Land mit dem am besten ausgebauten Verkehrsnetz kaum Zeit zum Durchatmen...
Oh man, das ist hart. Da landet doch echt eine Deutschpunkband in meinem Player - und ich kann mit Deutschpunk nichts anfangen. Schlechte Vorzeichen also für mich und die Band, sorry. Die guten Zeiten des Deutschpunk sind nunmal seit den BAFFDECKS oder JIMMI PELZ FISTFUCK USA vorbei. Für mich klingen BETONTOD - ´schuldigung für den Vergleich - wie die Onkelz. Für mich klingt Schlagerbetroffenheitsmetal nunmal immer nach Onkelz. Und die Musik pendelt nunmal zwischen Punk und Metal und die Lyrik pendelt ebenso zwischen pubertärer Sozialkritik, Durchhalteparolen, Straßenkampf und Suffparty. Hm. Manchmal fall ich auch echt vom Glauben ab: Streicher auf ner Punkplatte... die Gitarre spielt eine billige Schlagermelodie... --->
Man sagt das Augen das Fenster zur Seele sind. Dies gilt insbesondere für die folgenden Bilder des Rennsport-Fotografen Dennis Gray . Der Reiz dieser Bilder entsteht dadurch, dass ausnahmsweise mal nicht nur den Boliden längst vergangener Epochen die volle Aufmerksamkeit zuteil wurde, sondern sich ganz bewusst auf die größten Rennfahrer und ihre Emotionen konzentriert wurde. Sei es nun die Fokusierung auf das bevorstehende Rennen, den Ausdruck des Jubels oder der Enttäuschung.
Mit dem dem Vorgänger "III: Views Of Distant Towns" erhaschten die Isländer von GAVIN PORTLAND 2008 erste Lorbeeren in der HardCore- und Indieszene. Die Band ging das Nachfolgealbum "IV: Hand In Hand With Traitors, Back To Back With Whores" somit mit voller Kraft an - kam aber aufgrund der um sich greifenden Wirtschaftskrise; von der Island ja bekannterweise mit am schwersten getroffen wurde; ins Schlingern. Keine Kohle, kein Studio, kein Label, keine Platte. Das volle Programm an Minuspunkten also.
Es hieß also: sich auf das wesentliche konzentrieren. Kurze krachige Songs, direkte wesentliche textliche Infos, kein Indiedreck versaut mehr das HardCore-Brett zwischen Neurosis und Fugazi oder Fireside auf Meth. Die Platte startet wie eine Dampfwalze aus Wut und --->
Go Faster ist ein Buch über die Grafik von Rennwagen für Jungs jeden Alters. Zwar findet man zahllose Bücher über Rennwagen, aber erst jetzt eins über diesen Aspekt. Es geht um die schlichte Tatsache, dass Rennwagen überhaupt erst zu solchen werden, wenn sie bunt beklebt und lackiert sind. Wer würde einen weißen, blanken Ferrari auf eine Rennstrecke oder eine Carrera Bahn stellen?
Eine Dekade nach dem Stampfer "Hellbilly Deluxe" wirft Allround-Horrormeister und Hans-Dampf-in-allen-Gassen Rob Zombie den 2. Teil unter die Meute. Wie in allen seinen Arbeiten bestätigt sich auch diesmal der Hang zu C-Movie-Horrorklischees und Tod & Teufel. Diesmal gehts jedoch mehr im Midtempo zur Sache - mit schmissiger 60th Hammond-Orgel, Twang, Fuzz und sogar Streichern vertont. Allein die Songtitel sind wieder zum Brüllen und geben die ideelle Richtung vor - und mit "Werewolf Women Of The SS" schießt er sowieso den Vogel ab. Schön sick! Den Amis ist echt nichts heilig und wie Zombie seit Jahren sowohl --->