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Die angebliche Unzerstörbarkeit des W123 ist die größte deutsche Lebenslüge nach dem Überfall auf Polen. Mag ja sein, dass der Sindelfinger Tucker-Diesel tatsächlich mehrere hundertausend Kilometer auch ohne Ölwechsel überlebt, aber jedem Daimler-Verblendeten empfehlen wir nach drei harten Wintern in Folge mit einem Schraubendreher im Souterrain seines Taxi-Traums rumzustochern. Manuell abnehmbare Wagenheberaufnahmen, faustgroße Entwässerungslöcher in den Endspitzen, aufgerostete Radläufe, mit denen man Pastinaken hobeln kann.

 
Was macht also der aufrechte Deutsche, wenn er nach Kalifornien reist, einem der schönsten Flecken auf Erden? Er lässt nicht den Yosemite Nationalpark auf sich wirken, er genießt nicht die Aussicht auf dem Highway 1, er hat keine Zeit für eine gediegene Weinprobe im Napa Valley, er fotografiert W123er. Weil sie hier so wenig Rost haben. Weil sie hier zum ersten Mal unzerstörbar wirken, zwischen all den Alamo-Leihgurken aus recycleten Schadstoffen. Weil sie mit ihren 5-mph-Idiotenstoßstangen noch rentnergerechter wirken. Weil Alf Cremers immer recht hat.

 
Ölfilm ab.

 

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Fotos: Norman Gocke

Text: Taxi-Kameradschaft Kalkutta