norman3 - Kopie

 

 

 

Hautenge Latexanzüge, wilde Mähne aus kupferartigem Gewöll, nichtssagende, tiefe, schwarze Augen. Stehende Schmiernippel, innige Blicke, den Körper einer C3PO-Corvette. Alienweiber sehen nicht so schlecht aus, wie man meinen könnte. Für ein Shuttle der Zerstörerklasse ist der Behandlungsraum etwas schmal geschnitten. Ich spiegel mich in elliptischen, adamantium-bedampften Wänden, bin nackt bis auf eine Winnie-Pooh-Unterhose und man will mir eine Hohlraumsonde einführen. Wo, sag ich nicht. Kupferköpfchen flüstert mir in einer Sprache, die ich nicht verstehe, zu, dass die Mopedfreunde Neumühl in diesen Räumen auch schon fertig gemacht wurden. Ich soll mich geehrt fühlen oder Angst haben. Diese Kultur macht es einem nicht leicht. Angst und Ungewissheit in Verbindung mit Bräuten, die man nicht kennt, sind eine geile Mischung. So geil wie Billig-Bourbon-Cola oder 1:25 heimlich auf ex aus dem Kreidler-Tank des Borderline-Nachbarn. Meine Erregung steigt proportional mit der Pulsargeschwindigkeit, mit der wir in den heißgewachsten Hyperraum tauchen. Ich bin gefesselt und schwitze keuchend in meinem Outbreak-Gedächtnisanzug aus der Dustin-Hoffmann-Kollektion. Die Lichtgeschwindigkeit macht mir zu schaffen. Galaxien, die seit Millionen von Jahren nicht mehr existieren, ziehen schlierenziehend am geöffneten Seitenfenster vorbei. Ich mache mir Sorgen um meine Frisur und fasse mir an den Helm. Kichernd wühlen die schlanken Alien-Elfen in einem Arztschrank aus Nikasil. Ich weiß, was jetzt kommt. Ich wurde schon mal auf einen fremden Planeten verschleppt. Mir tun Menschen leid, die stattdessen mit Neckermann oder Boko Haram zwangsverreisen. Meine Geilheit nimmt das zweite Übermass ein, Kolbenhub und Verdichtung in perfektem Einklang. Jetzt muss mir eine von den beiden hochhackigen Schönheiten nur noch die Welle wuchten. Ich verliere taumelnd das Bewusstsein, Schaum und Sabber treten aus, Sekundenschlaf bei Vollgas. Zündunterbrechung. Traggelenk schert ab.
Ich komme zu mir. Schmecke Matsche im Mund, ein umgekippter Stehtisch bohrt sich in meine Lenden, kalt-nasse Kippenstummel im Resthaar. Langsam öffne ich meine verlebten Augen und sehe verklebte Menschen in Sandalen und Kreidler-Shirts. Die Orientierung kehrt zurück. Halbsteife Ernüchterung. Freigelände Historicar Duisburg, ich liege wie eine Schlammkrabbe im Gastrobereich.
Mantraartig sich seit Jahren wiederholende Gespräche über Wertzuwachs, Korrosionsschutz, Splintentreiber aus China, Drückerkolonnen aus Rumänien, Blätterbücher aus dem Heel-Verlag und zwanghaftes Jungsein am Youngtimer-Volant haben mir das Bewusstsein genommen. Ich will nix mehr von den Siebzigern hören. Ich will zurück in die Zukunft.
norman4 - Kopie
SM-Hangar
norman1 - Kopie
„Hilfe, die Mühle ist ja nur Schrott.“
norman2 - Kopie
Die Ankunft.