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Es war 1994. Ich war zwölf Jahre alt und mein musikalischer Horizont bestand aus Appetite for Destruction und Use your Illusion I & II. Doch dann kam mein ostdeutscher Freund Martin K. mit Scooters Hyper Hyper um die Ecke. Ich war verwirrt, denn eigentlich hätte ich standesgemäß gegen Eurodance und Disco-Hardcore mit Shouter-Einlagen sein müssen, doch gegen den Sound von Rick, Ferris and the MC H.P. war ich machtlos.

 

Diese Sache mit Scooter und mir ist letzten Endes wahrscheinlich dasselbe wie Liebe zu einem 100-Kilo-Mädchen. Darf nicht sein, aber was will man machen.

 

Zwanzig Jahre nachdem H.P. Baxxter erstmalig fragte, ob there anybody on the floor ist, bringt der edel Verlag die erste Scooter Biographie auf den von Langeweile und Einfältigkeit vergewaltigten Büchermarkt, und das Ding ist ein Brett.

 

Gutes Layout, Text und Bilder halten angenehm die Waage und wer bis hier hin immer noch ernsthaft zweifelt, ob er lächerliche 19,95 für die Hardcover-Hardcore-Schwarte rauslegen soll, dem sei empfohlen in der nächstgelegenen Buchhandlung auf Seite 17 zu blättern. H.P. Baxxter im Alter von 16 Jahren mit Langhaar-Ponyfrise und E-Gitarre in der Hand. Ich sag doch, das Buch ist geil.

 

Yea-ea-ea-ah…

 

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