Das verdeutschte Wort „Tuning“ teilt sein Schicksal mit Begriffen wie „Kult“ oder „Designermöbel“. Gegenstände, die sich mit den jeweiligen Trendvokabeln schmücken lassen mussten, hatten mit der gut gemeinten Bezeichnung meist nix mehr zu tun. So ist es auch kein Wunder, dass die Motorshow Essen in den letzten Jahren unter dem Wort „Tuning“ gelitten hat.

Leasing-Rückläufer mit Klarglasrückleuchten aus vietnamesischer Produktion, böse folierte Neuwagen mit Farbakzenten im Plastik-Interieur, Kleinwagen mit Baumarkt-Hifi-Anlagen. Wer inspiriert wurde, schleppte gleich seine grundierte Spoilerstosstange raus zur Baushaltestelle. Tuning? Fuck that.

Auf der diesjährigen Motorshow vollzieht sich ein Wandel: Die Qualität nimmt wieder zu. Tuning driftet Richtung Motorsport zurück, der Schrott wird weniger. Die Autohersteller besinnen sich auf ihre Motorsport-Wurzeln. Innovationen kommen auch aus der Kunstrichtung. Art Cars sind dieses Jahr die wohl eindrucksvollsten Exponate. Strassentauglich? Na klar.

MESSE TIPP: Tuning aus den Anfangsjahren der Auto-Frisierung. Thom Piston zeigt in der Galeria eine beeindruckende Sammlung von 32er Hot Rods.

Rodding einmal ohne Flathead. 3.0 Essex V6 im 32er Ford @ Smokin Shutdown, Galeria

 

Vielleicht noch etwas Kunst & Kultur?

Finnjet, das einzigartige Daimler Projekt des Finnen Artti Rahko.

Weltraum!  Zwei Mercedes Kombi als Basis für intergalaktische Fortbewegung

 

Luke Skywalker und sein X-Wing Custom Projekt