Der automobile Mensch braucht Konstanten im Leben: Alle zwei Jahre mit der historisch zugelassenen Alltagskarre zum Tüv, einmal im Jahr zum örtlichen Reifenhändler, dreimal im Jahr die Ventile einstellen, alle vier Tage an die 98 Oktan Tanke und einmal im Jahr zur Techno Classica nach Essen. Die weltgrößte Klassikermesse gilt seit mehr als 10 Jahren als Pflichttermin für jeden Benzinmenschen. Die Messe ist nicht nur Treffpunkt der Szene, sondern auch Indikator für die Entwicklung der Oldtimerpreise. Wurden auf eigener Achse anreisende Youngtimerfahrer vor geraumer Zeit noch durch blau gekleidete Parkplatzwächter auf die hintersten Besucherparkplätze gelotst, stehen diese Autos heute Classic-Data-geprüft und mit fünfstelliger Preisvorstellung auf fein herausgeputzten Händlerständen hinter samtroten Absperrbändern in Halle 1. Bitte nicht anfassen.

Glücklicherweise geht es auch anders: Um den gemeinen Old- und Youngtimer in lebensfreundlicher Umgebung zu sehen und anzufassen, empfiehlt sich ein Besuch der oberen Messehallen. Dort präsentieren echte Liebhaber und keine Spekulanten ihre Autos, führen Benzingespräche beim Selbstgezapften, verkaufen Teile aus Obstkisten und halten die Szene lebendig. Nicht nur hier, einmal im Jahr. Auch auf der Straße. Täglich.

Realer Verkaufspreis 1979?. Auf diesem Foto wurde 2012 jedoch die Zahl “8” entfernt.

Neuer Elektrohype im 21sten Jahrhundert? Ein altes Konzept. Hansa-Lloyd, Baujahr 1923.

Für Autos, die noch fahren und verschleißen. Zylinder hohnen live auf der Messe.

Ein Ersatzteil als Kunstobjekt. Mercedes Benz.

Hardtop runter. Sonne draußen.

Stammtisch. Ehrlich. Creme 21 in Halle 1A.

Clubkultur mit Kutte. KLE.

Wer Autos sehen möchte, dem empfehlen wir das Internet oder ein Besuch der Techno Classica 2012.