„Da sind wa wieder, alte Pflaume.“

Lieutnant Körschgen

 

Immer nur Endzeit auf VHS ist doch auf Dauer auch scheiße. Erdbeben, Tsunami, Fukushima und letztlich die Tokyo Motor Show 2011 waren deshalb Anlass genug, sich nach unserem Japan-Desaster 2009 die ganze Scheiße nochmal anzutun. Diesmal nur mit erhöhten Strahlenwerten. Und damit die Qual schon auf der deutschen Startbahn beginnt, wird mit Aeroflot inklusive zehnstündigem Zwischenstop in Moskau geflogen. Andere stehen auf Nippelklemmen.

 

Apropos SM: Die Japaner sind auch erst so richtig gut, wenn man es ihnen hart besorgt. War die 2009er Ausgabe der Motor Show dank Weltwirtschaftskrise in etwa so groß wie eine Sauerländer Dorfkirmes, gaben unsere technikgläubigen Freunde vom anderen Ende der Welt in diesem Jahr so richtig Gas. Alle Hallen des Tokyo Big Sight-Messegeländes waren rappelvoll mit Besuchern und Ausstellern. Dass immer erst ein Atomkraftwerk in die Luft fliegen muss. Aber das war ja schon bei Godzilla nicht anders.

Kanto Auto Works ist für Toyota das, was Maybach für Mercedes ist. Mit dem FS (Flagship Sedan) schlägt man in dieselbe Kerbe wie mit dem Century V12. So fortschrittlich die kleinen Japaner auch sind, ihre Oberklasse-Kisten bestehen immer noch aus klarem Threebox-Design der 60er mit Chromstoßstange. Es muss ja nicht alles einen Touchscreen haben. Außerdem ist diese Studie immerhin schon ein Hybrid. Schade.

 

Wir haben Tempo, Mazda klingt wie Schnupfen. Kippgefährdeter Kipplaster mit drei Rädern.

 

Austin Powers-Sonderaustellung in Halle 3.

 

Mit einer aktualisierten Farbpalette erhofft sich Daimler größeren Absatz in ostasiatischen Rockerkreisen.

 

Wolfsburger Crépe-Stand in Tokyo.

 

Erhöhte Strahlenwerte machen nostalgisch. Ein weiteres klassisches Nutzfahrzeug, ein Sumida M Type von 1929. Der älteste noch erhaltene Bus aus japanischer Fertigung.