Gelsenkirchen. Stadt der 1000 Feuer, weltweit bekannt durch Schalke 04 und Sodom. Doch die Stadt mit der heute höchsten Arbeitslosenquote im Pott war einst auch das motorsportliche Epizentrum zwischen Rhein und Ruhr. Unter der Ägide des Esseners Anton Brenner, seines Zeichens Präsident der RAG (Rheinländische Altwagen-Gesellschaft), wurde 1969 auf dem Gelände der 1963 geschlossenen Kokerei Alma in Gelsenkirchen-Ückendorf das Motodrom Gelsenkirchen angelegt, welches von den Ureinwohnern schlicht Almaring genannt wurde. Auf der Schotterpiste fanden Amateurrennen mit Stock-Cars und Cross-Maschinen statt. Die Rennen fanden jeden ersten Sonntag im Monat statt und erfreuten sich großer Beliebtheit, so dass Fans aus dem ganzen Ruhrgebiet und Rennteams sogar aus Belgien und den Niederlanden anreisten. 1977 wurde der Almaring asphaltiert und etablierte sich zu einer festen Größe innerhalb der europäischen Speedway-Szene, wobei gleichzeitig die Veranstaltungen immer professioneller betrieben wurden. Charakteristisch für den knapp 1 Kilometer langen Almaring war seine Streckenführung: Im Gegensatz zu den meisten Strecken handelte es sich nicht um ein schnödes Oval, sondern um einen Rundkurs mit Haarnadelkurve und anspruchsvollem Verlauf. Pro Renntag gingen 150 bis 200 Teams in 8 verschiedenen Klassen an den Start. Die ganze Sache wurde irgendwann so groß, dass es den Anwohnern in der Almastraße zuviel wurde. Der gesamte Anreiseverkehr verlief durch die kleine Sackgasse und der sonntägliche Lärm durch offene Ansaugtricher und leergebrannte Endtöpfe führte schließlich 1984 zur Einstellung des Rennbetriebs und der Almaring wurde fortan sich selbst überlassen.

 

Heute, 27 Jahre nachdem das letzte Mal in Gelsenkirchen die Checkered Flag wehte, hat sich die Natur den Almaring zurückgeholt, doch bis auf den abgerissenen Kontrollturm der Rennleitung, ist noch alles vorhanden. Motoraver war für Euch vor Ort bevor hier alles zuwächst, um einen Ort mit der Kamera festzuhalten, an dem einst echte Männer mit echten Frisuren um Pokale und Ehre fuhren.

 

Dank und Gruß an Frank Dorau für den Einblick ins Fotoarchiv der Rennfahrer-Familie Klaka aus Gelsenkirchen!