Zoutleeuw in Belgien. Eine Stadt, von der niemand weiß, wie sie ausgesprochen wird. Dafür weiß man hier, wie man Auto fährt. Quer und auf losem Untergrund. Immer im Herbst, kurz nach der Ernte, werden drei Äcker umgepflügt, ein Bauzaun aufgestellt und fertig ist die Rennstrecke. Ganz ohne komplexbehaftete Securities, preislich verschieden gestaffelten Eintrittskarten oder VIP-Bereichen. Bezahl an der Einfahrt 10 Euro pro Nase, park wo du willst solange du niemanden behinderst, nimm dir einen Monobloc-Stuhl vom Stapel und pflanz dich an einen Streckenabschnitt deiner Wahl. Warum eigentlich nicht immer so? Des Kleingeists Seele braucht die Ordnung. Gut, dass Kleingeister sich Formel 1-Tickets kaufen…

Gestartet wird beim Crazy Croeze in verschiedenen Fahrzeug- und Hubraumklassen. Der Knaller allen voran sind die Buggies. Die grobstollig bereiften Insekten wiegen soviel wie eine Tüte Stubenfliegen und sind zum Teil mit Fünfzylinder-Turbomotoren von Audi ausgestattet. Fürs Auge gehen ebenfalls hochgezüchtete Käfer an den Start. Wobei für die Zugehörigkeit zu dieser Klasse eine aufgeschweißte Dachhaut des Wolfsburger Krabblers völlig ausreicht. Der Rest hat mit der spröden KdF-Warze nix mehr zu tun. Abgerundet wird das breite Starterfeld durch allerhand Gebrauchtwagen in letzter Hand, die selbst in Belgien keinen TÜV mehr bekommen würden.

Aufgrund von Sprachbarrieren und mangelndem Interesse wissen wir nicht, wer nach 9 Stunden Rennbetrieb in welcher Klasse vor wem gesiegt hat. Ist aber auch egal. 540 Minuten in der Sonne zu sitzen, Jupiler Pils aus Plastikbechern zu genießen und dabei gemächlich einzustauben, hat einen sehr meditativen Charakter. Trotz 120 Dezibel Umgebungslautstärke. Während auf der Strecke die Brocken flogen und Gladiatoren sich mit ihren Waffen überschlugen und gegenseitig rammten, ging die Veranstaltung seitens des Publikums übrigens sehr relaxt über die Bühne. Ohne Securities, separierten Tribünenbereichen und mehrsprachig ausgewiesener Parkordnung.

Trauriger Motorsport-Enthusiast in Gummistiefeln.

 

Was manch einer an seinem Ford Taunus seit Jahren nicht hinkriegt, wird hier mal eben in der Mittagspause durchgezogen.

 

Marodierende Autosportbanden statten sich immer professioneller aus.

 

Luftgetrocknete Senioren-Snacks aus dem Solarium.

 

Hugh Grant Autosport.

 

Klompmaker Motorsport. Der Name ist Programm.

 

Seit Jahren setzt sich Motoraver gegen Käfighaltung ein.

 

Insektennest.

 

Endzeit-Beamer.

 

Suzuki Samurai mit Nahkampf-Ausstattung.

 

Stofflampe an und Abfahrt.

 

Passive Sicherheit im Kinderschänderland.

 

Immer mehr Zahnärzte entdecken Stock-Car als Ausgleich.

 

Wenn ihr Euch mal wieder wundert, weshalb Fuchsfelgen eigentlich immer so teuer sind.