Lange her wars, da kam Kai (Burgerkingen-Kai, Chromjuwelen-Kai, HellYeah-Kai und jetzt Motoraver-Kai) auf mich zu, ob ich nicht Lust hätte, ein Filmchen über mein Autochen drehen zu lassen. Eigentlich keine Lust auf sowas. Man hört oft, wie nervig und stressig es mit diesen Kreativen ist. Aber Kai war lange Zeit bei uns in Rhein-Main ansässig und er war in der Zeit mein Flohmarkt-Kai. Jetzt ist er Berlin-Kai. Wir hatten lustige und weniger lustige Zeiten. Und wenn Projekt- und neue Ideen-Kai seine Sachen macht, will ich da nicht im Wege stehen. Ich bin ja der Ich-helfe-gerne-Marcus.

Bis dann der Kontakt mit dem professionellen Amateurfilmteam wirklich zustande kam, dauerte es noch ein Weilchen, aber letztes Wochenende war es so weit. Eine längere Sonnenperiode war da, das Auto wurde frisch gewaschen und ich machte mich bei strahlendem Sonnenschein auf nach Heidelberg:

Immerhin wurde das Wetter bei Mannheim rechts etwas besser, leider führte mein Weg nach links. Egal, versprochen ist versprochen. Auch wenn ich gerade nicht mehr ganz so gerne helfe.

Bei der Einfahrt in die Stadt Heidelberg wurde das Wetter besser, die Sonne blitze heraus, meine Laune hellte sich auf. Leider blitze auch ein Starenkasten am Wegesrand. Gerne helfen ist gerne auch mal teuer. Wenn die Post da ist, liefere ich das Bild nach. Versprochen.

Treffpunkt war in der Heidelberger Altstadt, seinerzeit für Kutschen und Droschken gebaut. Mehrfacher unerwünschter Kontakt des Unterbodens mit den Kopfsteinpflaster lies mich langsam zweifeln, ob Nettsein wirklich eine gute Idee ist. Glücklicherweise sagt der Saugnapf an der Scheibe jetzt “Sie haben Ihr Ziel erreicht”. Endlich. Und da kommen mir auch schon zwei Aufgeregte dem Langer gleich fuchtelnd entgegen. Dabei waren sie mit der ganzen Ausrüstung kaum zu übersehen. Hui, die fahren aber richtig auf!

Da bin ich also. Mitten in der Heidelberger Altstadt, das Wetter ist mittlerweile traumhaft und ich versuche der Aufmerksamkeit der ganzen Touristen zu übergehen. Klappt nicht. Permanent wird geknipst, geschaut, Fachwissen simuliert. Die Akteure sind beschäftigt, ich lichte daher die Ablichter ab:

Die Ausrüstung der Burschen ist viel Selbstgebaut. Und das recht gut und vor allem sieht der Kram teuer aus. Ist er sicher auch, und ich stehe mit meiner Hosentaschenknipse neben den Jungs, die meine Söhne sein könnten recht traurig da. Sie sind aber voll bei der Sache. es macht Spaß ihnen zuzusehen. Ja, es scheint interessant zu werden.

Ich werde verwanzt. Man würde mich im Video kaum sehen sagten Sie. Das war auch so von mir gewünscht, ich mag mich eigentlich weder sehen noch hören. Aber sagte ich schon: Ich helfe ja … naja, auch egal. Es kommt wie es kommt.

Im Auto gabs auch ne Kamera. Und Beleuchtung von unten. Hui! Gruslige Bilder im Tunnel! Nicht in der Nase bohren. Die kucken zu! Nicht pupsen, nicht rülpsen. Das hat auch Ton.

Eine Runde um den Block gefahren. Sie haben es gefilmt. Schwer genug, da auf dem Acker halbwegs gleichmäßig zu fahren. Wieder am Startpunkt angekommen, wo ich auf der Strasse parken sollte. Touristen! Noch ne Runde Kopfsteinpflaster. Ich dachte, mich kann nichts mehr erschüttern – dank Koni. Trotzdem leide ich mit dem Fahrwerk.

Endlich fertig. Interview. Fragen, da wäre keiner von uns drauf gekommen. Welche Philosophie dahinterstecke und so. Die nehmen den Autokram alle viel zu ernst. Ich mag mein altes Auto. Ich schraube, ich fahre. Es macht mir Spaß. Was solls denn sonst sein? Egal. Die Kerle sind nett, ungeheuer motiviert und haben offensichtlich Erstkontakt mit so einem wie mir.

Dann Fahrbilder. Ich werde durch die Stadt gelotst und habe Spaß:

Ist recht, schlafen kann ich, wenn ich alt bin. Weiterfahren. Es geht Berge hoch. Geile Berge. Enge Kurven. Ich liebe es! Ja, so helfen wir gerne! Die Strecken habe teilweise Tempo 30. Rentnerkram. Krachen lassen. Herrlich!

Nils macht sich fertig für bessere Fahrbilder. Gerne. Die Strecken da sind der Knaller und es ist wenig los.

Das Team hyperventiliert beim Anlick der ersten “Takes”. Ich lerne neue Vokabeln. Immer wieder. Aha. Da fährt ein Auto. Mal sehen, was sie draus machen.

Nochmal auf nen Parkplatz. Auto in Ruhe filmen. Wir stehen an einer Gaststätte und ich finde es bewundernswert, dass uns der Wirt nicht verscheucht. Seine Gäste, die keinen Parkplatz bekommen, versuchen das nötige Verständnis aufzubringen. Es gelingt nicht immer.

Das dauert und mich hält die Aussicht auf ein paar Fahrszenen von außen bei Laune. “Bullit”, Sie verstehen? Heiß!

Leider wurde ich zu heiß und der Reifen mochte das glitschige Feucht nicht. Hätte schlimmer kommen können, aber es war auch nicht nötig. Schön den Dicken gemacht und schön dick eine drauf bekommen.

Es sah zuerst schlimmer aus als es ist. Frontblech. Stoßstange und das weiße Geschwür. Schmerz genug um es für die nächste Zeit etwas ruhiger angehen zu lassen.

Den Film sieht man bei den Motoravern. Klasse Film mit klasse Auto. Aber gebt nichts auf den Schwätzer. Mach ich auch nicht.

Text und Bilder: Marcus a.k.a. Braunerbär
Im Original bei Goldth Rensport erschienen.