Die Transaxle Modelle von Porsche haben es seit mittlerweile 35 Jahren nicht gerade leicht. Eigentlich völlig zu Unrecht, aber an dieser Stelle soll es sich gar nicht um die Ehrenrettung der Hausfrauenporsche drehen. Vielmehr geht es um einen Mann, seine Leidenschaft für die automobilen Stiefkinder von Zuffenhausen und um (s)ein beeindruckendes Transaxle Gesamtkunstwerk.

Die Fahrer aller 924er, 944er und 968er haben diverse Gemeinsamkeiten, eine davon liegt im brandenburgischen Ketzin. Denn dort lebt Knut Lewandowski mit seiner Familie und einer imposanten Sammlung von Transaxle Porsche Teilen. An ihm kommt man eigentlich nicht vorbei, wenn man etwas braucht – egal ob es sich um ein beliebiges Relais oder um die linke Hälfte der Dachhaut eines indischroten 944ers handelt. Unzählige mehr oder weniger komplette Karosserien liegen im Garten verteilt, auf- und nebeneinander. Ein Meer aus Türen, Hauben, Stoßstangen und Scheiben breitet sich an den Flanken des Geländes aus und jeder noch halbwegs komplette Wagen ist vollgestopft mit Sitzen, Steuergeräten, Lenkrädern und allen anderen wasserempfindlichen Teilen.

Dieses Bild ist atemberaubend, ein Gefühl zwischen überschäumender Begeisterung und unermesslichem Entsetzen steigt auf. Knut winkt nur ab und spricht über seine Pläne, diese Sammlung von schwäbischen Schätzen zu sortieren und zu konservieren. Der Mann wirkt entschlossen und gleichzeitig ein bisschen hilflos, denn zu einem großen Teil dieser Sammlung kam er eher überraschend. Mit einem glaubhaften Lächeln im Gesicht sagt er, er hätte ein ähnliches Lagersystem wie die Ludolfs. Mehr Gemeinsamkeiten sind allerdings (und glücklicherweise) nicht festzustellen.

Wir steigen in seinen deutschen Mittelklasse-Kombi und fahren ein paar Kilometer weiter. Auf einem alten Bauernhof wuchert meterhohes Grünzeug, hier und da stehen vierzylindrige Porsche in der Ecke. Hier entsteht die Werkstatt für Kundenfahrzeuge, Hebebühnen, Reifenwuchtmaschinen und Motortester liegen längst bereit. Einzig die Zeit fehlt, um dieses Projekt mit Druck voran zu bringen, denn diese Porsche Sache macht Knut nur nebenbei und das soll auch so bleiben.

Wir gehen durch Räume voller Motoren, Fahrwerksfedern, Innenausstattungen, Rädern und Motoren, Fahrwerksfedern, Innenausstattungen … diese Menge an Teilen ist selbst dann unvorstellbar, wenn man davor steht. Knut hat bereits einen Mitarbeiter, der für Ordnung und Überblick sorgen soll. Mal abgesehen von exklusiven und streng limitierten Einzelteilen gibt es irgendwie nichts, was es nicht gibt. Es wäre ein Segen, wenn dieses fantastische Teilelager in Schwung bleibt, die Preispolitik bei Knut ist nämlich genauso gut wie sein transaxiales Gesamtkunstwerk. Eigentlich führt kein Weg an einem Ausflug nach Ketzin vorbei.

In der Einfahrt des Transaxle Himmels parkt übrigens ein brachialer Porsche 993 Turbo, manchmal muss man schließlich auch über den Tellerrand schauen.

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