Einen Benzinkanister im Kofferraum spazieren zu fahren gehörte früher zum Standard, schließlich gab es vor ein paar Jahrzehnten noch keine Erlebnis-Rasthöfe mit Abenteuerspielplatz und 23-Stunden-Automaten-Casino an deutschen Autobahnen. Der ständig anwesende Geruch von Benzin aus dem Kofferraum gehörte genauso zu einer Autofahrt, wie Muttis Stullenpaket.

Heute findet man alle 47 Kilometer irgendwo eine Tankstelle und die Automobilindustrie legt mehr Wert auf eine lifestylige Nutzung des Kofferraums, denn auf Praktikabilität. Das höchste der Gefühle ist ein 5-Liter Kanister aus Kunststoff – anonym und niemals in der Lage eine ordentliche Lebensgeschichte zu erzählen. Was dem modernen Weltbürger bleibt, ist ein 20 Liter Kanister, den man als Koffer hinter sich her schleifen kann.

Der hilflos wirkende Versuch, eine optische Darstellung für „Benzin im Blut“ zu finden, stammt von Ivorilla und hört auf den überkreativen Namen GasCase. Für knappe 100 Euro kann man ruhig mal mit einem knallroten Benzinkanister über den Berliner Hauptbahnhof rennen. So führt man nämlich nicht nur die automobile Leidenschaft ad absurdum, sondern outet sich auch als völlig debilen Klappskalli.